Vor ein paar Monaten kam die Redaktion der Zeitschrift Bio auf uns zu und bat Katrin Martin Fröhling und Thomas Fröhling um ein Interview. Es ging  um das Thema Feng Shui und dessen Möglichkeiten im Privat und Business Kontext. Da Katrin Martin Fröhling gerade in einem Kurs war, übernahm Thomas Fröhling diesen Part.  In einem herzlichen Gespräch stellte die Redakteurin dann ihre Fragen an Thomas Fröhling. Lesen Sie nachfolgend das vollständige Interview zum Thema Feng Shui.

1. Wie sind Sie zum Feng-Shui gekommen und seit wann beraten Sie?

Vor 25 Jahren schrieb Thomas Fröhling – damals noch Schriftsteller – eine  Serie über die chinesische Mauer und stelle fest: Sie  wurde einst nach Feng Shui-istischen Grundsätzen gebaut.  Und er  begann, Recherchematerial zu sammeln. Zur gleichen Zeit erfuhr Katrin Martin-Fröhling in ihrer Heilpraktikerausbildung, bei der sie sich auf die traditionelle Chinesische Medizin (TCM)  spezialisiert hatte von der Harmonielehre.

Wir legten unser erstes Wissen zusammen  und probierten einige der Feng Shui Tipps aus den Unterlagen und sahen: Es funktioniert.  Und zwar sofort. Das interessierte uns.  Da es zu jener Zeit europaweit noch keine Feng Shui Lehrer gab, haben wir dann in Asien selbst – wo Thomas Fröhling als ehemaliger Journalist noch wertvolle Kontakte hatte – die viele tausend Jahre alten Urquellen des Feng Shui erforscht. Wir haben also, eine Übersetzung in der Mitte in Bibliotheken und Museen recherchiert und fanden eine Lehre vor, die – richtig in unsere Kultur übertragen- universell wirksam ist.  Wir haben nach Abschluss der Studien angefangen, in Deutschland zu beraten, schrieben dann 1996 das erste Feng Shui Buch: „Wohnen mit Feng Shui“ für den deutschen Markt und bilden seit 1998 Feng Shui Berater aus.

2. Was ist das Beste an dieser chinesischen Lehre?

Was man bei der oberflächlichen Sicht auf diese Harmonielehre erst gar nicht versteht: Feng Shui ist nichts weniger als ein Weltkulturerbe! Die Urpsrünge liegen in einer Zeit, da die Menschen das Nomadentum abstreifen und sesshaft wurden. Sie nahmen damals ihr gesamtes Wissen um die Zyklen der Natur mit, um ihr Heim zu einem harmonischen Mikrokosmos im Makrokosmos zu verwandeln. Und natürlich hatte diese Art des Bauens und Wohnens eine gänzlich andere Qualität.

3. Lässt sich Feng-Shui nicht so ohne weiteres in unsere Kultur übertragen bzw. was haben Sie abgewandelt in Ihrem DFSI?

Der große Irrtum vieler Feng Shui Ausbilder und -Berater ist es unserer Meinung, dass gelehrt und praktiziert wird: Wir übernehmen alles, was vor 4000 Jahren gelehrt wurde. Wir müssen verstehen, dass hier viele regionale Besonderheiten, unterschiedliche Kulturen und auch Sitten und Gebräuche einen starken Einfluss auf die Harmonielehre hatten. Dies alles verfälscht und versimplifiziert die Lehre, zieht sie manchmal auch ins Lächerliche, wenn einige Berater etwa Fenster mit Klebestreifen überkleben, um sie in die Harmoniemaße zu zwingen. Das ist dann alles – aber eben nicht harmonisch! Unsere selbst gestellte Aufgabe war es, den Kern dieser Lehre zu finden und zu verstehen, um ihn sodann in unseren Kulturkreis und unsere Zeit zu übertragen. Und so funktioniert Feng Shui heute auch. Nur so.

4. Wie lange dauert eine Feng-Shui-Ausbildung und was genau lernt man dabei?

Zuerst einmal vermitteln wir in 15 unterschiedlichen Kursen die zahlreichen Facettten des Feng Shui. Alles beginnt mit dem 3-wöchigen intensiven Basiskurs, der in drei Monate eingebettet ist. Hier erlernen die Studenten die Grundlagen der Harmonielehre und sind nach dem Abschluss und dem Praxistag berechtigt, als Feng Shui-Berater im Privatbereich zu agieren. Darauf baut alles auf. Danach haben sie die Möglichkeit, Kurse über den Garten, Clearing, die Geo- und Elektrobiologie und andere Kurse zu belegen, die sie tiefer und tiefer in das Zentrum des Feng Shui führen. Ein besonderer Kurs beginnt immer mehr an Bedeutung: Das sind unsere Buisness Kurse 1 und 2, in denen wir Feng Shui-Profis auf die Arbeit in Unternehmen  vorbereiten.  Die meisten der Aufbaukurse dauern eine Woche oder drei Tage und das dort erlernte Wissen ist sofort anwendbar.

5. Welche praktischen Tipps können Sie Feng-Shui-Neulingen geben, die leicht umsetzbar sind – oder anders gefragt: Wo und wie kann man denn direkt in seiner Umgebung anfangen etwas zu verändern?

Fangen wir ganz einfach an. 73,8 Prozent aller Deutschen haben ihren Schreibtisch am Fenster und die Tür im Rücken. Nachteil dieser Position: Man schaut zwischendurch lieber aus dem Fenster, als auf seine Arbeit. Und ein Teil der Aufmerksamkeit ist ebenfalls nach hinten auf die Tür gerichtet. So sind wir also während der Arbeit permanent abgelenkt. Wir können besser arbeiten, wenn wir eine Wand im Rücken haben in den größeren Teil des Raumes schauen und dabei auch die Tür im Blick haben können. Probieren Sie es aus, Sie werden schneller und effektiver arbeiten können.

6. Was unterscheidet eine Privatberatung von einer Business-Beratung?

Im Privatbereich arbeiten wir in der Regel  mit einer Familie, ein Paar und es geht dann meist um Gemeinsamkeiten, Harmonie und den Rückzug ins Private, den geschützten Bereich nach dem Motto: „My Home is my Castle“.
Im Business geht es neben der Zentrierung in der Firma immer auch ganz konkret um das nach Außen gehen. Denn jedes Geschäft ist, wenn es erfolgreich sein will, auf dem Austausch zwischen dem Angebot und dem Kunden, also zwischen Außen und Innen.  Aber die Prinzipien des Feng Shui sind immer gleich, nur die Art damit umzugehen, unterscheiden je nach Bereich  und Ausrichtung der individuellen Ziele.

7. Haben Sie Beispiele von Firmen, deren Geschäfte nach einer Feng-Shui-Beratung tatsächlich besser gingen?

Bekannt ist, das die Kosmetikkette „Body Shop“ mit Feng Shui arbeitet und ihren internationalen Erfolg unter anderem auch darauf zurück führt. Wir selbst haben sehr gute Feedbacks erhalten nach unseren Beratungen bei der Werbefirma „Publicis“, „Real Estate“, der „Lufthansa“, dem Goldmann Verlag oder aber auch bei dem Rennfahrer Nick Heideld. Der Chef der österreichischen „Kerzenwelt“, Heinz Donabauer, war nach der Beratung so begeistert von Feng Shui, dass er - obwohl selbst Unternehmer und Unternehmensberater - alle Business Kurse in unserem Haus durchlief. Besonders gut angenommen werden in den letzten Jahren auch die Visions-Workshops für hochrangige Manager, die wir in unserem Haus veranstalten.

8. Sie sind Vorsitzender des Feng-Shui-Dachverbandes. Braucht es einen solchen und warum?

Wir haben den Feng Shui Dachverband gegründet, weil wir für wirklich gut ausgebildete und Kunden orientierte Feng Shui Berater  ein Netzwerk schaffen wollten, das sehr viel umfassender und tiefgreifender ist, als im Feng Shui Markt so üblich ist.  Denn in der Praxis kommt es ja genau auf die Vernetzung der einzelnen Fachbereiche an, die für ein gesundes und erfolgreiches Leben unmittelbar zusammen gehören. So muss der Architekt den Plan des Geo- und Elektrobiologen lesen können, ebenso wie der Innenarchitekt und der Gartenplaner zusammen arbeiten müssen, um ein wirklich förderliches Umfeld zu schaffen.  Für diesen Ansatz steht der Dachverband Feng Shui & Baubiologie. Er bündelt die Fachbereiche unter seinem Dach, die für die Schaffung und Erhaltung eines gesunden Umfeldes im Privat- und Business-Sektor untrennbar miteinander verbunden sind. Dazu gehören Feng Shui ebenso wie die Geobiologie, Elektrobiologie und Baubiologie.

9. Wie beziehen Sie Feng Shui in Ihr eigenes Leben ein? Können Sie ein paar Beispiele geben?

Natürlich setzen wir Feng Shui auch für uns privat an. Es geht bei uns aber nicht darum, Brunnen oder Klangspiele zu verteilen, sondern um Grundsätzlicheres. So haben wir unser Seminarhaus und unseren Garten nach Feng Shui angelegt.  Das war gar nicht so einfach, da uns durch die Baugenehmigung  enorme Fesseln angelegt wurden.  Aber wer Feng Shui im Kern versteht und weiß, was  Wesentlich ist, kann aus nahezu jeder Situation des Beste machen.  Unsere Studenten jedenfalls wiederholen immer wieder, wie wohl sie sich in unserem Haus fühlen und wie leicht ihnen das Lernen fällt. Und immer wieder fließen nach Abschluss der Ausbildung Tränen, weil es nun vorbei ist. Wir sagen dann stets: Ihr dürft ja wieder kommen.