Feng Shui gegen Herbst-Melancholie

Gemächlich ist das Jahr in den Herbst geglitten und der Winter nicht mehr fern. Noch strahlt unser Garten in vielen Farben, doch die Blätter an den Bäumen beginnen fahl und matt zu werden. Nieftzsche dichtete einst: „Das ist der Herbst, der bricht Dir noch das Herz!“

Und wie einst ihm so geht’s vielen Menschen in unserem Land. Vor ein paar Tagen hat mich eine Untersuchung aufgerüttelt, die jenseits der Herbst-Melancholie eine ganz besondere Stimmung im Land illustriert: Sie besagt nämlich, dass mehr als 30% der deutschen Bevölkerung unter Angstsymptomen jeglicher Art bis hin zu Panikattacken leidet. Das betrifft also jeden Dritten!

Nicht erfasst, aber eng verknüpft mit diesen Symptomen, sind die Gefühle von Unsicherheit und Instabilität, die - wenn sie nicht ausgeglichen werden können - sich in vielen Fällen zu eben diesen Angststörungen entwickeln.

Woran liegt das und was kann man dagegen tun? Ganz neu ist diese Entwicklung ja nicht. Seit Jahren ist die Welt vor unserer Tür in Bewegung und wird von gewaltigen Kräften erschüttert. Alles gerät ins Wanken, ändert sich: Unsere Werte, unser Umfeld, der Arbeitsplatz, das Klima, die Geschlechterrollen. Die Weltwirtschaft wird neu geordnet, aber wohin soll es gehen? Die Erfindung des Buchdrucks, die Entdeckung Amerikas und der Dampfmaschine sind nichts gegen die geplante Durchdigitalisierung der Welt. Das alles spüren die Menschen. Und es macht ihnen verständlicherweise Angst.

Angst, Vertrauen & Mut - wo liegen sie in unserem Gefühlskosmos?

Bevor wir darüber sprechen, was wir tun können und wie, möchte ich erst einmal ein paar Zusammenhänge beleuchten, warum wir was tun können.

Das Gegenteil von Angst ist nicht Mut, sondern Vertrauen. Wir brauchen zunächst einmal Vertrauen in uns und in unser Umfeld, wenn wir anstehende Veränderungen überstehen wollen. Vertrauen ist die Wurzel in unserem Gefühlskosmos. Ist das Vertrauen gut ausgebildet, verfügen wir also über ausreichend Urvertrauen, können wir auf dieser Basis den Mut entwickeln, uns den anstehenden Veränderungen zu stellen. Mut braucht also eine Basis und die heißt Vertrauen.

Mit Feng Shui Vertrauen entwickeln & Angststörungen besiegen

Was kann man tun? Kann man überhaupt etwas tun? Aber ja doch: Und zwar mit klug eingesetztem Feng Shui. Es bietet eine hervorragende Chance, über bestimmte Veränderungen in unserem Umfeld ganz gezielt etwas in Richtung Vertrauen und gegen eine Blockade der Angst zu unternehmen. In meinen Kursen pflege ich zu sagen: „Feng Shui Berater sind zwar keine Psychotherapeuten, aber wir sind Raumpsychologen.“ Was ist der Unterschied? Wir legen nicht unsere Klienten auf die Couch, wir analysieren den Raum, in dem sie leben und verändern ihn so, dass er das ausstrahlt, was unseren Klienten gerade fehlt.

Bewährte Feng Shui Tipps für mehr Erdung & Vertrauen

  1. Zurück zur Natur! Da es - wie bereits geschrieben - zunächst einmal um die (Wieder) Aktivierung unseres Urvertrauens geht, müssen wir verstehen, dass wir ein Teil der Natur sind. In vielen Wohnungen finden wir nur noch wenig Naturmaterialien, so dass diese erdende Urenergie zu wenig vorhanden ist. Das Motto lautet also: Verbinde dich mit der Natur. Verwende mehr Naturmaterialien im Haus. Tausche das Kunstfaserkissen durch eines aus Baumwolle, Leinen, Seide oder Baumwollsamt aus! Hattest du schon länger vor, die Optik in deinen eigenen vier Wänden durch einfache Maßnahmen zu verändern? Dann ist das ein einfacher, schnell umzusetzender Schritt in diese Richtung. Das gleiche gilt für Vorhänge oder Tischdecken. Oder wie wäre es, wenn du beim nächsten Spaziergang ein paar schöne Herbstfundstücke mit nach Hause bringst? Ein schön gewachsenes Stück Holz, ein paar Kastanien oder bunte Blätter. Die kannst du dann in einem Herbststill-Leben anordnen und bringst gleichzeitig die pure Natur in dein Heim.
  2. Häufige Feng Shui Diagnose - Fehlbereiche im Erdsektor: Ungewöhnlich häufig finden wir bei Menschen mit Angststörungen und Vertrauensverlust auch Fehlbereiche in den Erdsektoren. Hier gilt es einmal mehr, diese zu finden und auszugleichen. Sorge weiterhin für ausreichend Erdung, indem du Natur- und Erdfarben, mit Creme oder Gelbtönen einsetzt. Wichtig ist es auch, diese Bereiche ausreichend zu beleuchten, um ihnen ein Plus an Energie zur Verfügung zu stellen.
  3. Sitzkissen und Schlüsselworte: Wie wäre es mit einem Sitzkissen auf dem Boden, auf dem du ab und zu einmal Platz nimmst? Das macht Freude, weil es dich an deine Kindheit erinnert und ermöglicht dir andere Perspektiven und Sichtachsen im Raum. Ganz nebenbei kannst du dann auch gleich ein paar Dehnübungen einbauen, die du auf dem Sofa ganz sicher nicht gemacht hättest. Und da wir gerade vom Boden reden: Wenn du das nächste Mal spazieren gehst, suche dir doch ein paar schön geformte Steine. Darauf schreibst du dann deine Schlüsselwörter wie "Verwurzelung", " Vertrauen" oder "Sicherheit" und legst sie in deine Nähe, so dass du sie sehen und berühren kannst. Jeder Stein steht für Festigkeit und verdichtete Materie und kann uns - wenn wir ihn bewusst in unser Leben holen - mehr Sicherheit geben.
  4. Denke bei den Naturmaterialien auch an dein Schlafzimmer. Verwende vor allem auch hier Bettwäsche aus Leinen oder Baumwolle, also aus Naturmaterialien. Gerade im Schlafbereich ist die Naturnähe von immenser Bedeutung, damit wir wieder in unsere biologische Mitte, möglichst nahe an unseren biologischen Ursprung kommen, im wahrsten Sinn "ent-spannen" können. Und damit es mit dem Einschlafen möglichst gut geht, empfehlen wir natürliche Einschlafhilfen wir eine Schale mit Lavendel oder aber das Sleep Well Spray von Vitabiente.
  5. Sinnes-Überflutung vermeiden! Versuche einmal als Fremder deine Räume zu betrachten. Wie wirken sie auf dich, wenn du sie betrittst? Findet dein Blick einen Ruhepunkt im Raum oder wandert er ruhelos hin und her? Um Vertrauen zu entwickeln brauchen wir Ruhe und Entspannung, denn wir müssen ja dieses Urgefühl erst wieder in uns entfalten. Das braucht den Blick und vor allem den Bezug in unsere innere Welt. Und deshalb wäre ein ruhig wirkender Raum sehr günstig für dich. Wenn du Schwierigkeiten hast, dich von Herumstehenden zu lösen, dann probiere den folgenden Trick. Lege ein paar Dekogegenstände und Herumliegendes nach Themen geordnet in Boxen und stelle sie erst mal aus deinem Blickfeld. Mache das so lange, bis du das Gefühl hast, der Raum strahlt nun Ruhe aus. Lebe eine Zeit auf diese Weise und spüre was passiert. Ich bin sicher, du wirst erstaunt sein!
  6. Alles was erdet ist gut. Deshalb vergiss auch nicht, dir ein paar gesunde Zimmerpflanzen anzuschaffen und dich dann in besonderer Weise um sie zu kümmern. Am besten ist es, du planst das gleich direkt in deine Woche ein. Da Vertrauen immer auch mit Verwurzelung zu tun hat, ist die Beschäftigung mit Pflanzen ein sehr schöner Weg, sich zu erden. Das gleiche gilt natürlich auch für die Arbeit im Garten, auch sie erdet, weshalb so viele Menschen von der heilsamen und ausgleichenden Kraft der Gartenarbeit so begeistert sind.
  7. Medien Pause: Wir sind es in der Zwischenzeit gewöhnt permanent in unserem Leben "unter-brochen" zu werden. Jeder kennt es, man liest ein Buch oder ist in eine Sache vertieft und "Piep" meldet sich unser moderner Sklavenhalter, das Smartphone. Dadurch zerstückeln wir den ganzen Tag in viele kleine Einheiten. Konzentration, Entspannung und Ruhe wird aber nur möglich, wenn wir uns fallen lassen können und nicht permanent heraus gerissen werden. Also wer sagt denn, das wir wirklich immer erreichbar sein müssen? Meine Empfehlung: Plane dir eine "ICH-Zeit" ein, die nur dir gehört. Schalte dein Handy auf Flugmodus oder ganz aus. Wer mag, kann auch mal das "Online Fasten" probieren. Vielleicht am Wochenende in der Freizeit, damit die Freizeit auch wirklich freie Zeit ist!

Natürlich sind diese Empfehlungen sehr allgemein gehalten. Da sie aber so grundlegende Themen berühren, sind die oben genannten Tipps sehr wirksam und deshalb für jeden empfehlenswert. Selbstredend können natürlich auch individuelle Besonderheiten im Grundriss wichtig sein, die wir hier aber in einem Artikel nicht vollumfänglich bearbeiten können. Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, dann empfehlen wir unsere Kurse und Seminare. Hier besteht z. B. in unserem Feng Shui-Basiskurs die Möglichkeit, deinen eigenen Grundrisses im geschützten Rahmen zu analysieren und dir auch über die eigene Erfahrung die Harmonielehre Feng Shui ganzheitlich zu erschließen.

Thomas Fröhling

Thomas Fröhling ist Journalist, Schriftsteller, Ausbildungsleiter und Master-Consultant des Deutschen Feng Shui Institutes.
Thomas Fröhling